Inbetriebnahmemanagement-Team

Positionierung des Inbetriebnahmemanagement-Teams

Die Positionierung des IBM-Teams in der Baustellen-Hierarchie kann eine hohe Herausforderung sein. Es spielen viele Faktoren eine Rolle, wo es schlussendlich zugeordnet wird. Seien es vertragliche Hintergründe oder politische Interessen.

 

Empfehlenswert ist die eigenständige ranghohe Gruppierung, um die zu betreuenden Themen der gewerkeübergreifenden Inbetriebnahmen übergeordnet leitend durchführen zu können.

 

Dies bedeutet nicht, dass das IBM-Team die Verantwortlichkeiten des Architekten,  Fachplaner oder Projektsteuerers übernimmt, sondern dass die Inbetriebnahmephase der Umkehrpunkt der Baustellenführung in Bezug auf die Inbetriebnahme-Prioritäten wird. Statt der Leitung zur Fertigstellung der Flächen durch den Objektplaner, gilt die Fertigstellungreihenfolge des IBM-Teams definiert durch die Anlagenausführung und Fertigstellung („Technik führt Bau“).

 

Befugnisse und Vollmachten

Damit das IBM-Team handlungsfähig ist, benötigt es gewisse Befugnisse und Vollmachten. Diese müssen klar definiert und kommuniziert werden.

  • Klare Stellung im Projekt; IBM-Team steht im Verhältnis zu den Architekten, Planer, Betreiber, Projektsteuerer, Bauherrn gleichrangig
  • Anweisung von Leistungen bis zu einer Summen von x€
  • Erstellung und Leitung einer ausführenden IBM-Eingreiftruppe/Task-Force

 

Des Weiteren listet die VDI 6039 notwendige Befugnisse und Vollmachten auf.

 

Teamaufstellung

„Bei der Koordination der TGA handelt es sich um eine hochkomplexe Aufgabe, die einen generalistischen, ingenieurtechnischen Fachhintergrund und insbesondere ein tiefer gehendes Wissen im Bereich der Informationstechnologien bzw. der Gebäudeautomation erfordert.“

 

In diesem Sinne ist es notwendig bei Großbaustellen ein technisches Expertenteam aufzustellen, das ein hohes Maß an technischem Fachwissen, Flexibilität und Führungsqualität besitzt.

 

Daher sollte die IBM-Projektleitung aus einer prozessorientierten technischen Projektleitung mit fundierten Kenntnissen aller Prozessschritte von Planungsbeginn, Bauausführung, Inbetriebnahme, baurechtlichen und VOB-Abnahmen mit gewerkeübergreifenden Kenntnissen der KG 300 und KG 400 bestehen. Bei Großprojekten ist diese Aufgabe auf mindestens zwei Personen aufzuteilen.

  1. TGA Mechanik (RLT, HZG, KLT, FLA, SAN, RDA, MRA, NRA usw.),
  2. TGA Elektrotechnik (BMA, SAA, ELA, BOS, GA, ELT, FAT, usw.)

 

Durch die Komplexität von Großbaustellen ist es notwendig sämtliche Prozesse nicht nur technisch, sondern auch strategisch zu analysieren und vorzugeben. Hierfür ist eine enge Abstimmung zwischen den IBM-Projektleitern notwendig.

 

Da die Inbetriebnahmen mit der KG 300 abgestimmt und durchgeführt werden, ist ein expliziter Ansprechpartner für das IBM-Team notwendig. Für die Thematik Türen und Tore ist auch ein Verantwortlicher zu benennen, denn dies ist oft ein sehr unterschätztes Gewerk. Durch die Komplexität der Funktionen (safety/ security) und der Menge (EZB-Hochhaus / Flughafen BER: jeweils mehr als 5.000 Türen) kann daher ggf. ein eigenes Türteam notwendig werden. Für die KG 400 sind je Gewerk Teammitglieder einzuplanen, um das jeweils notwendige und detaillierte Fachwissen im Team vertreten zu haben. Aufgrund der Umfänglichkeit der Brandfallsteuerung kann ein eigener Experte auch für diese Thematik notwendig sein.

 

Schlussendlich werden seitens des IBM-Teams alle Gewerke vertreten.